Gesundheit in der Eifel – zwischen Versprechen und Wirklichkeit

Das Prümer Krankenhaus steht bei allen drei Kandidaten auf der Agenda. Das ist gut so. Denn die medizinische Versorgung vor Ort ist keine Nebensache – sie ist eine der zentralen Fragen für die Zukunft des Eifelkreises.

Vor kurzem habe ich in einem Video auf die Folgen des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes hingewiesen. Darin habe ich deutlich gemacht, dass die Kosten für den Kreis, sollte er das Krankenhaus übernehmen, durch dieses Gesetz spürbar steigen werden und dass bundesweit zehntausende Arbeitsplätze in Krankenhäusern gefährdet sind. Dafür habe ich scharfe Kritik erhalten – sogar in einer Sitzung wurde das Video verurteilt. Dabei habe ich mich nicht auf Vermutungen gestützt, sondern auf die Einschätzung des Deutschen Krankenhausverbandes. Dieser hat öffentlich davor gewarnt, dass rund 140.000 Arbeitsplätze – also jeder zehnte – bedroht sind. Wer Fakten als Angriff wertet, zeigt vor allem eines: getroffene Hunde bellen.

Trotz aller Schwierigkeiten stehe ich klar zur Übernahme des Prümer Krankenhauses durch den Kreis. Gesundheit darf nicht gegen Geld aufgewogen werden. Auch in meinem Landtagswahlprogramm fordere ich, dass Krankenhäuser wieder in kommunale Trägerschaft gehören – auch wenn das Geld kostet.

Doch das Krankenhaus ist nur ein Teil des Problems. Mindestens genauso schwer wiegt der Mangel an Haus- und Fachärzten auf dem Land. Es gibt Förderprogramme, die Medizinstudenten finanziell unterstützen, wenn sie sich für eine gewisse Zeit an den Kreis binden. Das klingt gut, löst das Problem aber nicht wirklich. Denn nach dem Abschluss kann der Absolvent die Kosten zurückzahlen und in die Stadt oder ins Ausland gehen. Eine echte Lösung sieht anders aus.

Das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz verschärft die Lage zusätzlich. Ärzte werden für ihre Leistungen noch schlechter honoriert als zuvor. Gerade im ländlichen Raum, wo die Arbeit ohnehin anspruchsvoller und weniger lukrativ ist, wird die Situation dadurch weiter verschlechtert.

Ich würde gerne behaupten, ich hätte die hundertprozentige Lösung für den Eifelkreis. Das wäre aber nicht ehrlich. Solange der Bund Gesetze beschließt, die den ländlichen Raum systematisch benachteiligen, bleiben den Landkreisen nur begrenzte Handlungsmöglichkeiten. Die Bürger haben dennoch das Recht zu erwarten, dass vor Ort alles getan wird, was möglich ist.

Meine Überzeugung ist: Wir brauchen Gesundheitszentren, in denen Ärzte vom Kreis angestellt werden. Mit geregelten Arbeitszeiten, der Möglichkeit, Familie und Beruf zu vereinbaren, und der Sicherheit eines Angestelltenverhältnisses. Nur so wird der Arztberuf auf dem Land wieder attraktiver.

Natürlich stellt sich die Frage der Finanzierung. Die Landkreise und Kommunen bluten finanziell aus – nicht zuletzt, weil die Bundespolitik die Realitäten auf dem Land systematisch ignoriert. Ich gehöre zu denjenigen, die das offen aussprechen. Ich führe keinen Wohlfühlwahlkampf. Die Bürger merken selbst jeden Tag, dass es fünf vor zwölf ist. Nicht die Landkreise und ihre Einwohner sind das Problem – sie sind die Leidtragenden.

Was ich im Bereich der Gesundheitsversorgung versprechen kann, ist klar und ehrlich: Das Prümer Krankenhaus wird vorerst weitergeführt. Wie lange das unter den aktuellen und kommenden bundespolitischen Vorgaben – insbesondere den Leistungsgruppen – möglich sein wird, kann derzeit niemand seriös vorhersagen.

Solange mehrheitlich Parteien gewählt werden, die den Menschen vor allem das sagen, was sie hören wollen, wird sich an den strukturellen Problemen wenig ändern. Das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz hat das erneut bewiesen.

Ich stehe für Klarheit statt Schönfärberei. Für die Übernahme des Krankenhauses. Für den Versuch, mit kommunalen Gesundheitszentren den Ärztemangel zu bekämpfen. Und für die Forderung, dass die Bundespolitik den ländlichen Raum endlich ernst nimmt.